Zum ersten mal...

FeG feiert Gottesdienst in der Schönbornallee

Matthias Vering, Pastor Volker Nieland, Martin Glaser (alle Gemeindeleitung) und Pastor Fritz Weidemann (FeG Heidelgerg) freuen sich über den ersten Gottesdienst im neuen Haus

Nach langer Bauzeit ist nun endlich der Tag des ersten Gottesdienstes im neuen Gemeindezentrum gekommen. In den Wochen davor wurde noch viel gearbeitet auf der Baustelle. Es ist auch noch nicht alles fertig, aber es ist doch fast alles gut benutzbar - und es ist wirklich schön geworden. Ein geräumiges Foyer, ein großer Gottesdienstraum mit viel Platz. Schöne helle neue Räume für Kindergottesdienst, Jungschar, Teenkreis und Jugendkreis. Nachdem wir vor zwei Wochen den letzten Gottesdienst im Sängerheim gefeiert haben, wurde am letzten Wochenende Erholen und Aufatmen ganz groß geschrieben: wir waren auf der Gemeindefreizeit in Altleiningen. Dann der Endspurt: Platten legen, Kies verteilen, Elektrik und Elektronik aufbauen und unsichtbar machen, Möbel zusammenbauen und aufstellen, Räume einrichten und putzen, putzen, putzen... Viele Hausbibelkreise haben sich in den letzten Wochen statt zu Hause zum Reden, Singen und Beten auf der Baustelle getroffen zum Arbeiten und um nachher noch gemeinsam etwas zu essen. Schaffen wir es? Haben wir an alles gedacht? Funktioniert die Technik? Wissen alle Bescheid? Am Samstagabend ist alles erledigt - und die vielen Helfer sind auch ziemlich erledigt, aber auch froh, dass nun zum ersten Gottesdienst alles planmäßig fertig ist. Und die Zeit reicht sogar noch, um gemeinsam die Niederlage der Deutschen gegen Brasilien im Fernsehen anzuschauen.

Am Sonntagmorgen dann viele strahlende Gesichter. Manche haben den Gottesdienstraum noch nicht ohne Gerüst gesehen, andere staunen, wie weit rund um das Gebäude herum schon gepflastert ist. Alle freuen sich über viel Platz und eine bemerkenswerte Akustik, bei der Singen und Musik hören wirklich ein Vergnügen ist. Birgit Bernhardi führt durch den Gottesdienst. Zuerst sind wir alle zusammen: Kinder und Erwachsene. "Gott ist gegenwärtig" ist das erste Lied, das wir gemeinsam singen, und das alte Kirchenlied von Gerhard Tersteegen drückt aus, was wir alle empfinden: weil Gott in unserer Mitte ist, treffen wir uns, um ihm zur Ehre zu singen, um im Gebet mit ihm zu sprechen und um in der Predigt auf sein Wort zu hören und ihm zu folgen.

Birgit Bernhardi führt durch den ersten Gottesdienst

Dann kommen alle Kinder vom Kindergottesdienst auf die Bühne, und Marga Pister erinnert daran, wie verteilt die Kindergottesdienstgruppen bislang waren. Es war schön, dass wir viele verschiedene Räume nutzen konnten, aber nun wird es noch schöner und für die Mitarbeiter auch etwas einfacher. Weder Regen noch Schnee können die Kinder nun ärgern, und alles ist unter einem Dach und muss nicht mühsam immer mitgenommen, aufgebaut und anschließend wieder abgebaut werden.

Vor Beginn der Predigt ziehen die Kinder mit ihren Mitarbeitern aus, um ihre neuen Räume einzunehmen
Die Wale freuen sich über ihren schön gestalteten neuen Raum

Pastor Fritz Weidemann ist mit seiner Frau Marie-Luise aus Heidelberg gekommen, um bei dem ersten Gottesdienst im neuen Gemeindezentrum dabei zu sein. Pastor Weidemann hat vor fast sechs Jahren die FeG Bad Schönborn mit gegründet, und er betet gemeinsam mit seinem Nachfolger Pastor Volker Nieland und mit den beiden Mitgliedern der Gemeindeleitung (Matthias Vering und Martin Glaser) darum, dass wir das Haus bestimmungsgemäß nutzen. Dieses Haus ist ein Geschenk für uns, und wir wollen es Jesus weihen und ihn bitten, dass er segnet, was wir damit und darin tun. Wir sind dankbar dafür, dass wir das Haus nun beziehen können. "Durch das Gebäude wird niemand zum Glauben an Jesus finden", sagt Pastor Volker Nieland, "aber das Gebäude kann hilfreich sein dabei, wenn wir es recht nutzen. Wir wollen kein Club von frommen Insidern sein, sondern wir wollen offen sein und Platz haben für Menschen, die eine Sehnsucht danach haben, Gott kennen zu lernen. Das ist unsere Vision: Wir wollen, berührt und bewegt von Gottes Liebe, Menschen helfen, zu hingegebenen Christen zu werden, die in einer inspirierenden Gemeinde leben, dienen und wachsen."

Tolle Akustik im neuen Gottesdienstraum, unter Beweis gestellt von Matthias, Jürgen, Corne und Inkeri

Es gibt viel Grund zum Danken. Es gilt auch, Vergebung in Anspruch zu nehmen für das, was während der Bauzeit nicht so gut gelaufen ist, wo Beziehungen belastet sind und Schuld erfahren wurde. Gut, dass wir uns vergeben können, weil Gott uns vergeben hat! Und wir wollen nach vorne schauen: auf die vielen neuen Möglichkeiten, die sich uns nun bieten, auf die Arbeit, die noch getan werden muss, auf viele neue Ideen, die darauf warten, umgesetzt zu werden, auf viele Menschen, für die wir nun Platz haben.

"Martha und Maria" ist das Thema der Predigt, die Pastor Harald Knörzer hält. Martha ärgert sich über ihre Schwester Maria, weil sie nicht mithilft bei der Versorgung der vielen Gäste, sondern sich einfach Jesus zu Füßen setzt (als Frau - das macht man doch nicht!) um ihm zuzuhören. Sie beschwert sich bei Jesus, doch Jesus gibt ihr nicht Recht, sondern er weist die mäkelnde Martha freundlich zurecht: "Maria hat das bessere Teil erwählt!" Das ist kein Freibrief für die Faulheit, die alle Arbeit den anderen überlassen will, um sich geistig und geistlich zu erbauen. Aber es ist eine Frage nach Motivation und Prioritäten. Erst wer von Jesus gerufen ist, kann in seiner Nachfolge gehen. Erst wer von Jesus beauftragt ist, kann gehorsam sein. Wir können und dürfen uns nicht selbst beauftragen. Und aus dem Lübecker Dom zitiert er eine dort angebrachte Inschrift, die auch für das Gemeindehaus gelten soll:

"Ihr nennt mich Licht - so seht mich doch!
Ihr nennt mich Weg - so folgt mir doch!
Ihr nennt mich Leben - so sucht mich doch!
Ihr heißt mich schön - so liebt mich doch!
Ihr heißt mich Liebe - so folgt doch der Bahn, denn wenn ihr mich liebt, habt ihr alles getan."

Nach dem Gottesdienst genießen wir die Großzügigkeit des Foyers, in dem Stehtische und kleine Sitzgruppen zum Verweilen einladen. Zur Feier des Tages gibt es neben Kaffee, Tee und Wasser dieses Mal auch Sekt und Orangensaft. Die Kinder versorgen die Erwachsenen bestens mit allem. Und wegen der Hitze gibt es liebevoll gemachten Eiskaffee - eine wirklich gelungene Überraschung! Lange stehen noch viele beieinander und freuen sich über den gelungenen ersten Gottesdienst. "Wenn Sie sich nur halb so viel freuen wie ich, dann freuen Sie sich schon eine ganze Menge!", sagt Julia Orth, die als Mitglied des Bauausschusses sicher für die anderen Leute aus dem Bauausschuss mitgesprochen hat.

Und schon will die nächste Aufgabe bewältigt sein. Für das große Einweihungsfest am

17. Juli sind noch eine Menge Torten und andere Gerichte zu backen (übrigens alle aus dem FeG Kochbuch!) und der Spül- und Putzdienst muss organisiert werden.

  Redaktion

Das neue Gemeindezentrum wird immer belebter

Mit folgendem Grußwort wendete sich Pastor Fritz Weidemann im ersten Gottesdienst am 26. Juni 2005 an die "Tochtergemeinde":

Liebe Geschwister in Bad Schönborn,

welch ein Festtag für euch - und auch für uns! Als "Gemeindemutter" freut sich die FeG Heidelberg von Herzen, dass ihre "Gemeindetochter" in Bad Schönborn heute dieses neue eigene Zuhause beziehen kann. Und was für ein schönes Zuhause! Damit können wir in Heidelberg wirklich nicht konkurrieren, aber Kinder sollen es ja bekanntlich auch besser haben als die Eltern. Also, wir gönnen es euch neidlos.

Noch größer aber ist unsere Freude und Dankbarkeit, dass wir anlässlich der Einweihung eures Gemeindezentrums zum wiederholten Male bestätigt bekommen, wie richtig damals der Schritt war, in Bad Schönborn einen "geistlichen Ableger" der FeG Heidelberg zu pflanzen. Kein geringerer als Gott selbst hat uns vor 6 ½ Jahren diese Vision in Kopf und Herz gegeben und den langwierigen Entscheidungsprozess zu einem glaubensvollen "Ja" geführt. Und was von ihm selbst kommt, steht auch unter seiner Verheißung und seinem Segen. Das haben wir gemeinsam mit euch in in den vergangenen Jahren erlebt. Viele Menschen konnten durch die Verkündigung des Evangeliums zum lebendigen Glauben an Christus kommen, und andere haben bei euch ein geistliches Zuhause gefunden.

Aus Heidelberger Sicht muss man heute sagen, dass ihr ganz gewiss nicht so vielen Menschen zum Segen hättet werden können, wenn ihr in unserer Gemeinde geblieben wäret. Deshalb wollen wir gemeinsam zur Ehre unseres Herrn bekennen: Ihr und wir haben 1999 mit der Gründung der Tochtergemeinde Bad Schönborn die richtige Entscheidung getroffen. Für uns in Heidelberg ist der Werdegang eurer Gemeinde eine große Ermutigung, Gott ernsthaft zu fragen, ob er durch und mit uns weiteren Tochtergemeinden das Leben schenken will.

Ihr zieht nun in euer lang ersehntes, erbetenes und mit viel Eigenarbeit erstelltes schönes Gemeindehaus ein. Wir wünschen von ganzem Herzen, dass in eurem neuen Gotteshaus so wie auch in den anderen Gotteshäusern in Bad Schönborn das Lob Gottes vielfältig erklingen möge. Es ist unser Wunsch, dass in diesen Räumen ganz unterschiedliche Menschen Gott immer wieder neu begegnen und eine von ihm geschenkte tiefe Gemeinschaft des Glaubens erfahren, so dass sie für ihr Leben in Familie, Beruf und Gesellschaft ermutigt und gestärkt werden.

Unsere herzliche Mitfreude und unseren Segenswunsch für euch als Gemeinde im neuen Haus verbinden wir mit einem Wort aus der heiligen Schrift:

Die Freie evangelische Gemeinde in Bad Schönborn erlebte eine friedliche Zeit. Sie festigte sich und machte Fortschritte. Der heilige Geist stand ihr bei und ließ die Zahl der Glaubenden ständig zunehmen. (Apostelgeschichte Kapitel 9, Vers 31)

Dass euch dies vom Herrn der Gemeinde immer wieder neu geschenkt werde, dafür wollen wir in Heidelberg gerne beten.

So segne euch unser gemeinsamer Gott und Vater.

Eure "Muttergemeinde"
Freie evangelischen Gemeinde Heidelberg