"Habeamus Pastor"

Wir haben einen neuen Pastor:
Volker Nieland

Eigentlich heißt es ja "Habeamus Papam", übersetzt: "Wir haben einen Papst", und dieser Ausruf ist im Vatikan zu hören, wenn in der Konklave, also im zur Papstwahl versammelten Kardinalskollegium der katholischen Kirche, eine Einigung bei der Papstwahl stattgefunden hat und weißer Rauch aus dem Kamin aufsteigt, in dem die Stimmzettel verbrannt werden.

So dramatisch ging es bei uns nicht zu: es gab kein Konklave, keinen weißen Rauch nach Verbrennung der Stimmzettel, und Kardinäle waren auch nicht beteiligt. Aber es war spannend, mitzuerleben, wie passend und nahtlos Gott alles zusammen gefügt hat, wie er Herzen angerührt und Menschen in Bewegung gebracht und zueinander geführt hat, damit wir in Bad Schönborn nun "Habeamus Pastor" sagen können. Wir hatten ja vorher auch schon einen Pastor: ohne Fritz Weidemann wären wir als FeG Bad Schönborn nicht entstanden. Er hat diese Gemeinde mit gegründet, und er war uns die ersten zwei Jahre "halbtags" neben der Arbeit in Heidelberg Pastor, Hirte, Seelsorger, Prediger. Nun verabschieden wir ihn (gemeinsam mit Marie-Luise!) dankbar in Richtung Norden nach Heidelberg. Wie wir das genau gemacht haben, kann man an anderer Stelle in dieser Zeitung nachlesen...

Am 14. Oktober 2001 haben wir dann ein neues Kapitel in der noch kurzen Geschichte unserer Gemeinde in Bad Schönborn aufgeschlagen: Pastor Volker Nieland, der seit dem 1. Oktober 2001 als Pastor in Bad Schönborn arbeitet, wurde - zusammen mit seiner Frau Esther - in den vollzeitlichen Dienst eingeführt. Um 14:30 Uhr begann der feierliche Festgottesdienst in der Turn- und Festhalle der Michael-Ende-Grundschule. Mehr als 200 Besucher kamen, um dabei zu sein, und sie erlebten einen wunderschön gestalteten und geschmückten Raum - ein dickes Dankeschön an alle Helfer und an den freundlichen Hausmeister!

Zunächst gab Pastor Fritz Weidemann einen kurzen Rückblick über die vergangenen zwei Jahre: "Am liebsten würde ich jetzt mit dem Mikrofon durch die Reihen gehen und manchen fragen, was er in der Gemeinde mit Gott erlebt hat. Was hat sich bei dir gebessert, ist vielleicht heil geworden? Wo hast du Hilfe erfahren?" Und dann malte er uns noch einmal den Traum vor Augen, den wir von unserer Gemeinde träumen: "Wir haben den Traum, dass wir als Brüder und Schwestern zusammenstehen. Wir träumen davon, dass Gott unter uns ein aufbauendes Klima schafft, dass wir herzlich und authentisch sind, noch offener werden für alle, egal ob schwarz oder weiß, Stammbaum oder Strafregister, arbeitslos oder gestresst, allein(-erziehend) oder verheiratet. Es ist der Traum der alten und ewig jungen Gemeinde, in der Jesus im Mittelpunkt steht, und die Salz und Licht in Seiner Welt bleibt."

Dann kamen Pastor Volker Nieland und seine Ehefrau Esther auf die Bühne, und Jürgen Quentel, Mitglied der Gemeindeleitung der FeG, interviewte beide. Wo kommt ihr her? Was hat euch nach Bad Schönborn geführt? Was ist euch wichtig? Mit Humor und Schlagfertigkeit kamen die Antworten - und im Kern läuft alles wieder auf den "Traum" hinaus: "Wir möchten dort sein, wo Jesus uns beauftragt, wir möchten dabei mithelfen, dass der Traum von der Gemeinde in Bad Schönborn für viele Menschen Wirklichkeit wird! Und wir glauben, dass Bad Schönborn jetzt der Platz ist, an den Gott uns gestellt hat. Wir sind gespannt und freuen uns auf die neue Aufgabe."

Die Festpredigt hielt Pastor Wolfgang Dünnebeil, Mitglied der Leitung des Bundes der Freuen evangelischen Gemeinden: "Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die ihm gegeben ist! Das bedeutet nicht, dass nun der Pastor sich allen Wünschen und Erwartungen der Gemeinde beugen muss, sondern es bedeutet, dass einer für den anderen und mit dem anderen unterwegs ist."

Bürgermeister Rolf Müller sprach in seinem anschließenden Grußwort zunächst Pastor Fritz Weidemann seinen Dank aus: "Vor zwei Jahren war ja noch nicht klar, ob das Miteinander der verschiedenen Gemeinden in Bad Schönborn gelingen wird, aber nun kann ich sagen, es ist sehr gut gelungen, und das ist sicher ein Verdienst Ihrer Arbeit, Herr Weidemann!" Sehr humorvoll und mit viel Beifall bedacht wünschte er dann dem neuen Pastor gutes Gelingen für die vor ihm liegende Arbeit. "Sie können sich auf unsere Unterstützung verlassen!"

Dr. Harald Müller vom Pfarrgemeinderat der katholischen Kirche sprach dann ein Grußwort der katholischen Ortsgemeinde: "Bei dem, was wir im Moment erleben an Angst, Werteverfall und Orientierungslosigkeit erleben ist es gut, wenn Menschen sich für ihren Glauben engagieren und dafür eintreten. Das gilt in allen Konfessionen, und in diesem Sinne hoffe ich auf weiterhin gutes Miteinander."

Es wurde viel gesungen, gelacht, gebetet, gelobt bei diesem Gottesdienst, und anschließend gab es noch Sekt, Brötchen, Muffins und viele Leckereien für die Kinder! Es war ein sehr schöner Gottesdienst. Danke an alle, die dabei mitgeholfen haben, und Danke an Gott, der uns wirklich genau, wie wir gesungen haben, bislang "auf Adelers Fittichen sicher geführet" hat - und der das auch weiter tun wird - in Bad Schönborn und in Heidelberg und überall auf der Welt, wo Menschen auf sein Wort hören und ihm folgen.