Willkommen daheim
Ein kleines Landgut irgendwo auf der Welt. Es könnte überall sein. Ein großes Fest wird gefeiert mit Singen, Spielen, Tanz und Musik. Der Hausherr nimmt sich das Wort und hält eine kleine Rede, die er an seine beiden Kinder richtet: „Ihr Lieben. Es ist Zeit für mich, kürzer zu treten. Ihr sollt in Zukunft mehr Verantwortung auf dem Hof übernehmen!“
Plötzlich wird es mucksmäuschenstill. Was hat er gesagt? Hast du das auch gehört? Das gibt es doch gar nicht! Der ältere der beiden hatte erwartungsgemäß und etwas brav seinem Vater für das Vertrauen gedankt. Das konnte man ja erwarten. Aber der jüngere widersetzt sich seinem Vater und bittet ihn, ihm die Hälfte des Vermögens zu überschreiben, damit er es zu Geld machen kann, denn er möchte wegziehen. Auswandern. Sein eigenes Leben leben. Alle, die ihn hören, schütteln den Kopf über so viel Undankbarkeit und Uneinsichtigkeit …
Mit dieser Szene beginnt das Musical „Willkommen daheim“, das 70 begeisterte Kinder und Jugendliche in der Ohrenberghalle auf die Bühne bringen. Wieder einmal ist ein Adonia-Musical bei uns in Bad Schönborn zu Gast und wieder einmal ist die Halle gut besetzt. Ein Team der FeG hat die Halle hergerichtet, das Catering für die jungen Künstlerinnen und Künstler organisiert und einen Info- und Getränketisch aufgebaut. Ein Team von Adonia hat eine Woche lang geprobt mit 70 Kindern zwischen 9 und 13 Jahren. Nicht nur die stolzen Eltern und Großeltern der Kinder, sondern auch viele andere Besucher sind gekommen. Gemeinsam genießen wir die spannende und immer wieder ergreifende Geschichte von dem Vater mit den zwei so verschiedenen Kindern, die wohl berühmteste Erzählung, die von Jesus überliefert ist. 75 Minuten mit Action, Tanz, Theater und viel Musik – sowohl Solo- als auch Chorstücken. Wir sind verzaubert von dieser Geschichte und leiden mit, als der jüngere Sohn all sein Geld verspielt und als Schweinehirt nicht einmal den Fraß, den die Schweine bekommen, anrühren darf. Desillusioniert und gedemütigt kehrt er um, um in Zukunft als Tagelöhner zu arbeiten. Und wir verstehen den älteren Bruder (der in dieser Aufführung eine charmante Schwester war!), der es als zutiefst ungerecht empfindet, dass der Vater den jüngeren wieder als Sohn einsetzt. Und wir hören die Einladung des Vaters an den zu Hause gebliebenen, doch auch am Fest teilzunehmen. „Willkommen daheim“ – das gilt beiden Kindern dieses merkwürdigen und großzügigen Vaters und ebenso allen Arbeitern, Angestellten und Tagelöhnern. Und irgendwie auch uns, die wir uns von diesem Musical und von dieser Geschichte anrühren und verzaubern lassen.
So endet das Musical so, wie es begonnen hat – mit einem Fest! Es ist kein „Happy End“ nach allem, was vorgefallen ist, aber es ist eine Einladung, gemeinsam zu feiern und das „Willkommen daheim“ miteinander zu hören und zu erleben.
Mit großem Applaus und Standing Ovation werden die Kinder belohnt. Eine Zugabe wird erklatscht und gerne gesungen. „Das war toll!“, rufen viele beim Abschied den Kindern und den Teams von Adonia und von der FeG noch einmal zu. Vielen Dank allen Beteiligten für diesen sehr gelungenen und inspirierenden Nachmittag: Das war wirklich toll!