Ökumenischer Gottesdienst im Kurpark
Am Sonntag, den 12. Juli, kamen Menschen aus Bad Schönborn zusammen, um im Kurpark Mingolsheim einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Im Vorfeld hatten sich Vertreter der vier ansässigen christlichen Kirchen getroffen, um zu überlegen, welches Thema passen könnte. Angesichts des unsicheren und herausfordernden Lebensgefühls dieser Tage entstand der Bezug zum Lied „Jeder knüpft am eignen Netz“ mit dem Refrain: „Wir knüpfen aufeinander zu, wir knüpfen aneinander an, wir knüpfen miteinander, Shalom, ein Friedensnetz.“ Vor diesem Hintergrund entstand der Ablauf des Gottesdienstes, begleitet vom Posaunenchor, einer Band und der Unterstützung durch einige Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Der geistliche Impuls war in drei Teile geteilt und begann mit einem kurzen Theaterstück, in dem Gemeindereferentin Beate Hintermayer-Tilly von der römisch-katholischen Kirche zusammen mit einigen Frauen darstellte, was es bedeutet, aufeinander zuzuknüpfen. „Menschenfischer“ wickeln niemanden in ein Netz, sondern begeistern andere mit der Liebe, die Jesus schenkt. In einem zweiten Teil sprach Pastor Jens Deiß von der Freien evangelischen Gemeinde über das aneinander Anknüpfen, das deutlich wird in dem Auftrag Jesu an seine Jünger, das Reich Gottes bekanntzumachen. Das geschieht überall dort, wo Gottes Spielregeln gelten, Menschen aufatmen, Frieden spürbar wird, Vorurteile abgebaut werden und Wunden heilen. Heute knüpfen wir aneinander an, wenn wir der einsamen Nachbarin Zeit schenken, einander vergeben, statt alte Geschichten aufzuwärmen, oder wenn wir jemanden ermutigen. Pfarrerin Luise Helm von der evangelischen Kirche ging im dritten Teil auf „wir knüpfen miteinander“ ein und sprach davon, wie Jesus mehr als 5000 Männer, Frauen und Kinder satt machte und es auch heute noch tut. Begleitet waren die drei Impulse jeweils durch eine konkrete Aktion. Zuerst wurden Wollfäden verteilt, dann in den Tischgruppen verknüpft und schließlich zu einem großen Netz verbunden. In dieses sichtbare „Friedensnetz“ wurden am Ende Luftballons hineingeworfen. Es war schön zu erleben, wie die Gottesdienstteilnehmer beim gemeinsamen Knüpfen ins Gespräch kamen. Die Gebete und Fürbitten wurden von Christen verschiedener Konfessionen gesprochen. Von der Neuapostolischen Kirche war u. a. Gemeindevorsteher Ingo Kratz beteiligt. Trotz der hohen Temperaturen sorgte eine angenehme Brise am Sonntagvormittag für Abkühlung. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es verschiedene musikalische Auftritte der Musikschule, bevor das Familienfest mit Entenrennen stattfand.
Was bleibt von diesem Gottesdienst? Ich selbst habe wieder einige Leute neu oder besser kennengelernt. Nun ist jede und jeder einzelne gefragt, das zu leben, was wir gehört haben, nämlich: aufeinander zuzugehen, anzuknüpfen und miteinander Frieden zu leben. Möge Gott seinen Segen dazu geben.
(JD)