Rückblick auf die Legotage

Ein Legostein erzählt

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Tag 1 - Die große Ankunft

14:30 Uhr. Ich, ein kleiner roter Legostein, liege noch ganz unscheinbar in einer Kiste. Plötzlich werde ich herausgeholt – und finde mich auf einer gähnend leeren Bauplatte wieder. Alles ist noch öde und leer, fast ein bisschen unheimlich. Die Kinder schauen neugierig, aber auch unsicher: Wo fangen wir bloß an?

Dann die Begrüßung: Regeln werden erklärt: nicht rennen, keine Steine in die Tasche, nur im Saal essen. Gruppen entstehen mit stolzen Namen wie „Mechaniker“, „Lokführer“ und „Astronauten“. Ich spüre, wie die Spannung steigt.

Die erste Bauzeit beginnt, ein Timer blinkt am Beamer im Foyer. Hände greifen nach mir und meinen Freunden. Wir werden zusammengesetzt, auseinandergebaut, neu kombiniert. Nach einer Pause mit Muffins, Kuchen, Trauben, Wasser und Apfelsaft geht es weiter. Ein Lied erklingt, ein kurzer Impuls – und schon stapeln sich die ersten Häuser. Am Ende des Tages werden die Tische aufgeräumt und ich liege zufrieden in einem kleinen Straßenzug.

Tag 2 – Der Enthusiasmus wächst

Heute starten wir gemeinsam. Die Kinder sind schon vertrauter mit den Regeln, die Ungewissheit ist verschwunden. Bauzeit 3 beginnt und ich werde Teil eines großen Bahnhofsgebäudes. Doch oh Schreck – ein Set ist nicht komplett! Die Kinder suchen fieberhaft nach Alternativen. Ich werde kurzerhand als Ersatz eingebaut – und siehe da, es funktioniert!

Die Pause bringt wieder süße und fruchtige Stärkung. Danach Bauzeit 4: Die Stadt wächst, die Kreativität sprudelt. Türme, Brücken, sogar ein kleines Raumschiff entstehen. Ich spüre den Enthusiasmus – jeder Stein findet seinen Platz.

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Tag 3 – Ausdauer und kleine Freuden

Gemeinsamer Start, Bauzeit 5. Manche Kinder arbeiten über mehreren Bauzeiten hinweg an einem großen Projekt. Ihre Ausdauer beeindruckt mich. Immer wieder wird gebaut, korrigiert, ergänzt. Ich werde dieses Mal Teil eines bunten Parks mit Bäumen und Bänken.
Pause mit Kuchen und Obst, dann Bauzeit 6. Die Stadt ist fast fertig und ich werde feierlich auf einer Platte platziert. Ein kleiner Jubel bricht aus: Jedes Gebäude, jede Figur bringt Freude. Am Ende räumen alle gemeinsam auf und die Stadt wird mit einem Vorhang verhüllt. Ich liege gespannt dahinter und warte auf den großen Moment.

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Jens der Baumeister

Abschluss – Das große Fest

2. November, 10:30 Uhr. Familiengottesdienst. Die Predigt trägt den Titel „Der ultimative Bauplan“ – und ich denke: Ja, genau das bin ich - Teil eines großen Plans.
Dann der Höhepunkt: Rudi Köpp hält eine Rede, würdig wie ein Bürgermeister. Der Vorhang fällt – unsere Stadt wird eingeweiht! Fotos werden gemacht, Kinder und Eltern staunen. Und schließlich: Hotdogs und Getränke. Ein Fest voller Freude, Gemeinschaft und Stolz.

Erkenntnisse eines Legosteins

Die gähnende Leere der Platten am Anfang erinnert an die Chancen im Leben: alles ist möglich.

Die Ungewissheit der Kinder zeigt, wie wichtig es ist, mutig den ersten Schritt zu wagen. Der Enthusiasmus beim Bauen beweist, dass Freude entsteht, wenn man einfach loslegt. Das Suchen nach fehlenden Steinen lehrt, dass Alternativen oft genauso gut sind. Die Ausdauer über mehrere Bauzeiten zeigt, dass große Projekte Geduld brauchen. Die Kreativität beim freien Bauen spiegelt die Vielfalt des Lebens wider. Die kleinen Freuden beim Platzieren eines Hauses sind wie die kleinen Erfolge im Alltag. Das große Feiern mit Freunden und Familie erinnert daran: Erreichtes verdient Anerkennung.

Fazit?

Wie schön hat Gott die Welt eigentlich gemacht und wie gut geht es uns, wenn wir drei Tage lang mit etwas bauen dürfen, das vor Millionen von Jahren einmal eine Pflanze war und über die Zeit zu Erdöl gereift ist. Was haben Menschen für mich Unfassbares geleistet, um diese Steine herzustellen und mit wieviel Liebe wird dieses Lego-Anhängerprojekt von Menschen gepflegt.

Was für ein schönes Event! So viele Analogien zum echten Leben – das ist das echte Leben. Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit genommen, Erreichtes zu feiern? Viele Dank!

  (AW)