Unsere Praktikantin Tabea im Interview
Die Vorfreude ist groß: Nachdem wir uns im Juni dazu entschieden haben, einen Praktikumsplatz anzubieten, dürfen wir Tabea Klümpen ab dem 15. Februar 2027 bei uns in Bad Schönborn begrüßen! Bis zum 15. August wird sie unser Gemeindeleben bereichern und wertvolle Erfahrungen für ihren künftigen Dienst als Pastorin sammeln.
Ob auf der Kanzel, in der Seelsorge, bei Kasualien oder mittendrin in der Jugendarbeit – Tabea wird in viele Bereiche eintauchen. Das Praktikum ist für sie eine Möglichkeit zu wachsen und für uns eine wunderbare Gelegenheit, neue Impulse zu empfangen und gemeinsam Segen zu erleben.
Lest im folgenden Interview selbst, wer Tabea ist und worauf sie sich bei uns freut!
Erzähl uns ein bisschen von deinen „Basisdaten“
Hallo ihr Lieben!
Mein Name ist Tabea Katharina Klümpen, ich bin fast 23 Jahre alt und komme aus Wuppertal. Ich habe eine sechs Jahre jüngere Schwester, mit der ich mich super verstehe. In meiner Freizeit schreibe ich Gedichte, lese jede Menge Bücher und singe unfassbar gerne. Punktuell bringe ich mich auch noch in meiner ehemaligen Kabarettgruppe „Kabarettungsdienst“ aus Wuppertal ein und helfe beim Texten und Inszenieren von politischen und gesellschaftskritischen Stücken. Die meiste Zeit verbringe ich allerdings an meinem Studienort. Von 2022 bis 2025 studierte ich in Heidelberg evangelische Theologie und wechselte dann nach Münster. Nachdem ich als Kind meiner Eltern erst die FeG Wuppertal-Elberfeld und dann die FeG Schwelm besuchte, fand mein Herz dann in der FeG Münster eine geistliche Heimat. Im März diesen Jahres (2026) besuchte ich die Theologische Woche in Ewersbach, die mich davon überzeugte, von den Unis an die THE zu wechseln, wo ich seit diesem Oktober meinen Master mache. Deshalb werde ich ab Mitte Februar bei euch in der Gemeinde mein Praktikum machen.
Und jetzt ein paar weiterführende Fragen:
Wann hast du dich zum Theologiestudium entschlossen und warum?
Wenn man mich zu Beginn der neunten Klasse gefragt hätte, was ich später mal beruflich machen möchte, hätte ich geantwortet, dass ich Germanistik und Literaturwissenschaften studieren möchte, um dann Lektorin zu werden. Ich hatte mir den Beruf ausgesucht, bei dem ich mehr Kontakt mit Büchern und Manuskripten als mit Menschen gehabt hätte. Durch meine Zeit in der Kabarettgruppe, die während der neunten Klasse begann, legte ich die Schüchternheit zunehmend ab und gewann Selbstvertrauen. Gleichzeitig stellte ich mir im Austausch mit den Menschen aus der Kabarettgruppe, die ganz anders sozialisiert waren als ich, Glaubensfragen – es entfachte meinen Entdeckergeist für die Bibel und theologische Fragestellungen. Mit meinem zunehmenden Selbstvertrauen entdeckte ich dann auch neue Fähigkeiten bei mir, die mich davon überzeugten, dass der Beruf der Pastorin wie für mich gemacht schien. Gegen Ende der zehnten Klasse stand für mich dann fest: Ich möchte Theologie studieren und Pastorin werden. Das war 2019 und ich war 15 Jahre alt.
Welche Fächer haben dir besonders Spaß gemacht? Und welche mochtest du gar nicht?
Mein Ranking für die theologischen Disziplinen lautet wie folgt:
Bibelwissenschaften (AT/NT) > Systematische Theologie (Ethik/Dogmatik) > Praktische Theologie > Kirchengeschichte > Religions-/Missionswissenschaften.
Ich finde aber, es kommt immer auf die Lehrperson und die Didaktik des Seminars an. Mein Lieblingsseminar, das ich im Rahmen meines Theologiestudiums belegt habe, war über das Thema Othering in der Bibel. Dort beschäftigten wir uns mit dem Fremdsein und Fremdmachen in der Bibel. Eine Person, die mir immer noch hängengeblieben ist, ist Hagar, die als nicht israelische Sklavin und später auch Geflüchtete eine viel niedrigere Rangstellung hatte, der aber dennoch eine Verheißung Gottes zugesprochen wurde.
Für welche Gemeindebereiche schlägt dein Herz besonders?
Wenn ich zum ersten Mal in eine Gemeinde komme, dann ist es der Gottesdienst, der mich davon überzeugt, in der Gemeinde zu bleiben oder nicht mehr zu kommen. Deswegen ist mir das Gottesdienstgeschehen sehr wichtig. Ich habe selbst schon moderiert, gesungen und ab und zu auch schonmal gepredigt. Seelsorge ist mir auch ein großes Anliegen. Aber auch im Kinder- und Jugendbereich investiere ich mich gerne – wobei ich als eher introvertiertes Kind kaum auf Freizeiten oder ähnlichen Aktionen war.
Welche Pläne und Wünsche hast du für die Zeit nach dem Studium?
Nach dem Studium möchte ich Pastorin in einer FeG werden. Ich glaub, das ist noch ein ziemlich großes Lernfeld, das ich bei euch in der Gemeinde schon ein Stückchen erkunden werde. Und alle weiteren Pläne habe ich noch nicht geschmiedet – Gott wird mir schon rechtzeitig die richtigen Wege und Perspektiven eröffnen.
Was wünschst du dir für die Zeit in unserer Gemeinde?
Ich möchte euch kennenlernen, so richtig eintauchen in Gemeinde und auch ein Stück weit herausfinden, wer und wie ich als Pastorin sein möchte. Ich möchte lernen, wie die Praxis ist, wenn man nicht noch nebenher wissenschaftliche Arbeiten verfassen muss oder nebenher noch tausend andere Aufgaben hat. Ich wünsche mir, dass wir alle gemeinsam und voneinander lernen, was es bedeutet, in schönen und schwierigen Zeiten auf Gott zu vertrauen und füreinander da zu sein.
Wie können wir dich unterstützen?
Ich glaub, mir ist es wichtig, dass wir uns von Beginn an auf Augenhöhe begegnen. Dass ihr mir ehrlich sagt, wenn ich euch nicht genug im Blick habe oder euch etwas stört. Dass wir einen ehrlichen und wertschätzenden Umgang miteinander finden. Dass ihr mich als Lernende wahrnehmt und mich da, wo es geht, einbezieht.
Welcher Bibelvers ist dir derzeit besonders wichtig?
Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. - Gal 2,20
Und hier noch ein paar typische Interviewfragen:
Wen würdest du gern mal zum Abendessen einladen? Stell dir einen Tisch mit vier Personen zusammen.
Dietrich Bonhoeffer – weil man von ihm vermutlich lernen könnte, wie Glaube auch in widrigen Umständen trägt und was Hoffnung bedeutet.
Jesus – najaa, aus offensichtlichen Gründen
Maria Magdalena – weil man von ihr lernen kann, Jesus zuzuhören, anstatt sich in den Wirren des Alltags zu verlieren.
Eine Person, die gerade erst anfängt, sich mit dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen, aber es wie Thomas nicht glauben kann.
Wenn du im Lotto gewinnst, sagen wir, eine Million Euro. Was machst du als erstes?
Erst würde ich meine Familie finanziell unterstützen. Dann würde ich mir wahrscheinlich ein Auto kaufen (Ewersbach ist nicht besonders gut angebunden) und nebenher noch den Familienurlaub bezahlen. Dann hätte ich immer noch viel zu viel Geld und würde davon einen Batzen an unterschiedliche Organisationen spenden. Und weiter kann ich nicht denken, ohne ins Träumen zu kommen.
Was liest du gern?
Mein Lieblingsgenre ist definitiv Romantasy – Eine Mischung aus Romance und Fantasy. Meine Lieblingsreihe ist die Sonnenfeuerballade (1-3) von Julia Dippel.